Landschaftspflegeverband
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Natur(a) 2000 lebendig –

Naturkundliche Führung durch das spätsommerliche Müglitztal

Treffpunkt der vierten Besucherwanderung des Landschaftspflegeverbandes Sächsische Schweiz-Osterzgebirge e. V. im Rahmen des Öffentlichkeitsprojektes Natura 2000, war am Sonntag, dem 30.08.2020 der Bahnhof Bärenstein im Müglitztal. 26 naturbegeisterte Wanderfreunde fanden sich um 10:00 Uhr dort ein, um von Mitgliedern der Grünen Liga Osterzgebirge e. V. durch zwei naturnahe Seitentäler des Müglitztales geführt zu werden.

Mit seiner immensen Ausdehnung vom Erzgebirgskamm bis in das Elbtal ist das Müglitztal und seine Nebentäler landschaftlich sehr facettenreich. Verschiedene Laubwaldgesellschaften, schroffe Felsen, weite Talauen, zu großen Teilen naturnah ausgeprägte Fließgewässer, Vorkommen gefährdeter Pflanzen und Tiere und ein attraktives Netz an Wanderwegen, großartige Naturerlebnisse warten auf Wanderfreunde. Das Müglitztal gehört als so genanntes Fauna-Flora-Habitat-Gebiet zum europaweiten Schutzgebietssystem „Natura 2000“.

Vom Bahnhof Bärenstein wanderten wir auf einem Waldweg entlang der Müglitz zuerst zum Ortsteil Bärenklau. Die Müglitz fließt in diesem Bereich in einem relativ naturnahen Bachbett. Die Wanderfreunde erfuhren an vielen Stationen interessante Details zur Geschichte des Tales, seiner Vegetation und der besonders schützenswerten Tier- und Pflanzenarten. Anschließend folgen wir dem Schilfbachtal, einem der Nebentäler der Müglitz, vorbei an vielgestaltigen Waldbeständen, botanisch interessanten Wiesen und einigen Teichen bis zum Milchschafhof Bärenstein. Dort erhielten wir Einblicke in das Leben am Hof, besuchten die Schafe am Melkstand und erstanden im Hofladen so manches leckere Schafprodukt. Alles handgemacht und sehr köstlich. Nach einer kurzen Pause ging es weiter in das Bielatal zur Biotoppflegebasis der Grünen Liga Osterzgebirge e. V. und des Fördervereines für die Natur des Osterzgebirges e. V. Hier wurden wir sehr herzlich begrüßt und hörten bei Kaffee, Tee und Kuchen interessante Fakten zum Erhalt und zur Bewahrung der einzigartigen Natur und Landschaft im Osterzgebirge. Anschließend wandern wir zum Bahnhof Bärenstein zurück. Alle Teilnehmer bedankten sich herzlich für den interessanten Ausflug in die heimische Natur.

 Ines Thume

Projektkoordinatorin

Hier einige Einblicke in die Tour. Der später einsetzende Regen hat uns nichts ausgemacht. Die Natur im Müglitztal und ihrer Seitentäler ist bei jedem Wetter sehenswert.

Info zu Waldgesellschaften im Schilfbachtal
Erlaeuterung der aufwendigen Biotoppflege an Hangwiesen im Schilfbachtal
Herr Braeuer erzaehlt ueber das Leben und Arbeiten auf seinem Milchschafhof
Fachsimpelei am Melkstand-Hier wird noch von Hand gemolken
Im Gaensemarsch entlang eines der Schilfbachteiche
Ueber jedes Baechel fuehrt a Brueckel - Hier war Balancierkunst gefragt

Natur(a) 2000 kostbar –

Das FFH-Gebiet Polenztal

Reizvolle Naturerlebnisse auch nach der Märzenbecherblüte

Am Sonntag, dem 26.07.2020 trafen sich 19 naturinteressierte Wanderfreunde an der Bockmühle nahe Cunnersdorf am FFH-Gebiet Polenztal, um während der, vom Landschaftspflegeverband Sächsische Schweiz-Osterzgebirge e. V. organisierten Führung, die wildromantische Naturkulisse im oberen Polenztal zu genießen.

Wenn die Märzenbecher auf den feuchten Auenwiesen im Mai verblüht sind, treten andere selten gewordene Tier- und Pflanzenarten in den Focus des Betrachters.  Es grünt und blüht an jeder Ecke. Naturnah und mit großer Vielfalt schlängelt sich die Polenz durch das weit geöffnete Tal. Natur begegnet Historie. Dies trifft in dem idyllisch gelegenen Polenztal besonders zu. Neben Auwaldresten, offenen Wiesen und der unverbauten Polenz, geben Felsaufschlüsse und Felsen wie die Rabensteine, mit dem hier vorkommenden Stolpener Stockgranit, den Blick in die Vergangenheit frei.

Das Polenztal gehört als Fauna-Flora-Habitat-Gebiet zum länderübergreifenden, EU-weiten Schutzgebietssystem „Natura 2000“.

Entlang des Märzenbecherrundweges führte der Weg vorbei an typischen Landschafts-bestandteilen dieses Schutzgebietes, wie Hainsimsen-Buchenwäldern, Schlucht- und Hangmischwäldern und einigen imposanten Silikatfelsen. Im Tal, an der Polenz angekommen, öffnete sich die Aue mit ihren Flachland-Mähwiesen und bachbegleitenden Hoch-staudenfluren. Der naturnahe Lauf des kleinen Fließgewässers, seine Windungen und strukturreichen Ufer mit hoher Artenvielfalt begleitete die Gruppe bis zum Ziel zurück an der Bockmühle. Gerhard Steiner, Naturfreund und bestens mit den Gegebenheiten vor Ort vertraut, erzählte, ergänzt von weiteren Ortskundigen, viel Wissenswertes zu hier vorkommenden Tierarten, wie dem Biber, Fischotter oder Lachs. Die Entwicklung der Pflanzenwelt im Tal und Interessantes zu den bewaldeten Hängen, Felsen und weiten Auen im oberen Polenztal war ein weiterer Schwerpunkt der interessanten Ausführungen.

Viele kleine Geschichten aus der Historie des ehemals mühlenreichen Talzuges rundeten diese Wanderung perfekt ab. Einige Wanderfreunde trugen wiederum sehr eindrucksvoll mit ihrem Wissen um das Polenztal zu dieser rundum gelungenen Wanderung bei. Viele waren sich am Ende der Tour einig: Wir kommen wieder, um die Naturschönheiten dieses Tales in all seinen Facetten kennen zu lernen.

 Ines Thume

Projektkoordinatorin

Die Polenz-naturnaher Fliessgewaesserabschnitt
Auf dem Weg ins Polenztal
Herr Steiner informiert zu den Baumarten der Laubmischwaeldern
Fachsimpelei am Wegesrand
Die Polenz quert steile Felsen und blocksteinreiche Ufere
Herr Steiner zeigt hier die Schaeden an einem Holzstueck

Natur(a) 2000 lebendig –

Naturkundliche Führung durch das herbstlich bunte Müglitztal

 

Am Samstag, dem 06.10.2019 nahmen 17 naturbegeisterte Wanderer an der Führung in das FFH-Gebiet Müglitztal rund um Lauenstein teil.

Lebensader Müglitz und ein buntes Mosaik an Lebensräumen - Mit seiner immensen Ausdehnung vom Erzgebirgskamm bis zum Elbtal ist das reich strukturierte Müglitztal eines der reizvollsten Täler im Erzgebirge. Die karge Steinrückenlandschaft mit ausgedehnten Wiesenbereichen, die sich auf tschechischer Seite fortsetzen, Zeitzeugen des ehemaligen Zinnerz-Bergbaus und Waldhufendörfer charakterisieren die Oberläufe der Müglitz. Im Mittellauf dominieren steile Felsen, bewaldete Hänge artenreiche Wiesen und besiedelte Talsohlen den tiefen Taleinschnitt. Im unteren Abschnitt rahmen feuchte Hochstaudenfluren und Laubmischwälder die zum Teil naturfern ausgebaute Müglitz ein. Ein lebendiger Naturort.

Rund um Lauenstein, erwartete die Wandergruppe ein bunter Mix an Natur- und Kulturschätzen. Mit naturkundlichem Sachverstand und einem wachen Blick für historische Besonderheiten führte Borges Neubauer, ein ehrenamtliches Mitglied der Grünen Liga Osterzgebirge e.V., durch das Waldgebiet „Pavillon“ in das Tal zur Alten Schäferei. Weiter ging es über das Stadtzentrum mit seinem mittelalterlichen Schloss zum Borngässel. Über den Mühlsteig erreichten wir wieder das Tal. Auf diesem Rundgang genossen alle den tollen Blick auf die umliegenden Steinrückenlandschaft, auf die Lauensteiner „Holzäppelbäume“, auf magere Bergwiesen, das steile Tal mit seinem typischen Mittelgebirgsbach, auf hohe Felsen und einen zu dieser Zeit schon bunt leuchtenden Eichen-Hainbuchenwald. Danach nutzten einige aus der Gruppe noch die Möglichkeit, das Schloss Lauenstein mit seinen interessanten Ausstellungen und den Sortengarten alter Obstsorten der Grünen Liga Osterzgebirge e.V. zu besuchen. Es war eine rundherum gelungene Wanderung für die Teilnehmer mit vielen neuen Informationen zum Fauna-Flora-Habitat-Gebiet Müglitztal. Diese, zum Teil in Lauenstein lebend, haben wiederum uns Organisatoren einiges bisher Unbekannte zur Geschichte der Gegend um Lauenstein erzählen können.

Alle waren sich einig - dies ist ein lebendiger, zu jeder Jahreszeit interessanter Teilbereich des Müglitztales.

Ines Thume

Projektkoordinatorin

Hier gab es Interssantes zum Wildapfel zu entdecken
Zuenftig ausgeruestete Wandersleute am Lauensteiner Pavillon
Extensive Schafbeweidung auf den Bergwiesen
Infoschild zu den typischen Steinruecken rund um Lauenstein
Blick auf Lauernstein und den gegenueberliegenden Mueglitzhang
Herr Neubauer stellte den Sortengarten mit Wildobstarten Am Schloss Lauenstein vor

Natur(a) 2000 magisch

Führung durch das Natur- und Wanderparadies Gimmlitztal

 

Am Samstag, 15.06.2019 nahmen 20 naturbegeisterte Wanderer an einer Führung in das Gimmlitztal, nahe Frauenstein teil und genossen damit ein besonderes Naturerlebnis.

Im wildromantischen Gimmlitztal ziehen sich entlang des munter fließenden Bächleins, artenreiche Berg- und Feuchtwiesen dahin. Zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten haben hier noch ihren Lebensraum. Im Oberlauf der Gimmlitz sind einzigartige kalkbeeinflusste Wiesen und Niedermoore erhalten geblieben. Dunkle Fichtenwälder und lockere Auwälder rahmen das Tal ein. Das Gimmlitztal gehört mit einer Fläche von 218 ha als so genanntes FFH-Gebiet zum europaweiten Schutzgebietssystem „Natura 2000“.

Ines Thume vom LPV Sächsische Schweiz-Osterzgebirge e.V. begrüßte die Teilnehmer und informierte zu Beginn zu Natura 2000, den Lebensraumtypen im Tal und zur dringend notwendigen, regelmäßigen Pflege der Grünlandbereiche. Herr Dr. Knauthe vom Förder- und Naturverein Oberes Gimmlitztal e.V. führte die Gruppe auf einem kleinen Wanderpfad entlang bunter Berg-Mähwiesen, artenreicher Hochstaudenfluren und der naturnahen Gimmlitz von der Illingmühle bis zur Weicheltmühle. Botanische Raritäten, wie das Breitblättrige Knabenkraut, eine wildwachsende Orchidee, die Bach-Nelkenwurz und die tiefgelb blühende Arnika, begeisterten mit einem wahren Farbenrausch. Unter anderem geben das seltene Zittergras, die Kuckuckslichtnelke, der Bärwurz und der kleine Klappertopf den Bergwiesen ihr dort typisches Gesicht. Mädesüß, Kohl-Kratzdistel und Sumpfhornklee wachsen auf den feuchten bachnahen Flächen. Groppe und Bachneunauge besiedeln den klaren, sich durch die Wiesen schlängelnden Bach. Sehr anschaulich informierte Herr Dr. Knauthe zu den botanischen und faunistischen Besonderheiten des Tales, faszinierte mit detailreichem Wissen um die Historie und vor allem Mühlengeschichte entlang der Gimmlitz. Nach drei Stunden Marsch in schönster Sommerwärme und einer kurzen Rast an der liebevoll restaurierten Müllermühle erreichten die Wanderer wieder den Ausgangspunkt Illingmühle.

Alle waren sich einig- dies ist ein magischer, zu jeder Jahreszeit interessanter Naturort.

Ines Thume, Marion Grabs

Projektkoordinatoren